„Duell“ ist einer der ersten Filme von Steven Spielberg. Viele haben ihn wahrscheinlich schon mal im Fernsehen gesehen. Es geht dabei um eine Verfolgsungsjagd zwischen einem LKW und einem PKW irgendwo in der Wüste.

Der Film entstand 1971, mehrere Jahre vor „Der weiße Hai“, „Indiana Jones“ und „Schindlers Liste“. Der Film wurde mit einem minimalen Budget innerhalb von weniger als 14 Tagen abgedreht. Er basiert auf einer Kurzgeschichte und war zunächst für das US-Fernsehen gedacht. Für den Film kürzte Spielberg die Dialogszenen der Kurzgeschichte und setzte rein auf die Kraft der Bilder.

Der Truck und der PKW aus dem Film Duell. Quelle: Benutzer Panzerschreckleopard

Quelle: Wikimedia Commons

Making Of

In dem auf der DVD enthaltenen „Making of“ schildert Spielberg, wie er sich eine riesige selbst gezeichnete Landkarte der Drehorte in sein Hotelzimmer hängte. Die Karte zeigte die Straßen, Siedlungen und sonstigen markanten Punkte der Landschaft. Sie enthielt viele kleine Bilder der verwendeten Fahrzeuge und Notizen über die Perspektiven, die Kamerastandpunkte, vorgesehene Szenen und so weiter. Spielberg kehrte oft während der Dreharbeiten in sein Zimmer zurück, wenn er den Faden verloren hatte und sich neu orientieren wollte. Mit einem Blick auf seine Landkarte wusste er wieder wo er war und wie es weitergehen sollte. Mit einem Blick auf die Landkarte war er wieder in die Gedanken eingetaucht, die er sich gemacht hatte, als er den Film plante.

Was können wir von Speilberg lernen?

Wenn auch wahrscheinlich die wenigsten von uns einen Fernsehfilm drehen wollen, so können wir doch von Spielberg lernen, wie Worte durch einfachste Mittel der Visualisierung direkt vor dem geistigen Auge erscheinen und viel stärker leben, als wenn wir in einem Text lesen. Der Film, der auf diese Weise entstand, war jedenfalls viel erfolgreicher als erwartet und wurde nicht nur im Fernsehen ausgestrahlt, sondern kam später in den USA und Europa in die Kinos, hat viele weitere Filme inspiriert und wurde sogar  in einer Audi-Werbung vor ein paar Jahren zitiert.

Die Kraft der Bilder können wir in unserer Vorbereitung nutzen und natürlich während eines Vortrages oder eines Gesprächs.

Bilder und Emotionen: Das Kino im Kopf des Zuhörers

Gerade Leute im technischen Umfeld vergessen oft die Kraft der Emotionen, die durch Bilder viel stärker freigesetzt werden als durch trockene Sachinformationen. Und wenn es uns gelingt, bei Vorträgen bei unserem Publikum Emotionen freizusetzen, werden sie sich viel besser an unseren Vortrag erinnern.

Die Mittel hierzu sind: Sprachliche Bilder, Vergleiche, Zahlen-Daten-Fakten (dosiert eingesetzt) und immer wieder Geschichten. Ich habe neulich eine Kirchenführung mitgemacht. Der Fremdenführer hat genau diese Mittel eingesetzt und dadurch bei uns ein Kopfkino in Gang gesetzt. So war sogar die mehr als einstündige Kirchenführung interessant und kurzweilig.