Peinlich, peinlich: Ballacks Abschied aus der Nationalmannschaft

Der peinliche Streit um den erzwungenen Abschied von Michael Ballack aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist sehr lehrreich für unseren betrieblichen Alltag.

Was war geschehen? Joachim Löw hatte entscheiden, dass Michael Ballack nicht mehr für die National-Mannschaft aufgestellt wird. Als Dank für die erfolgreiche Zusammenarbeit sollte er ein letztes Spiel als Kapitän der Mannschaft gegen Brasilien bestreiten. Michael Ballack lehnte ab und bezichtigte Löw im Gegenzug der Scheinheiligkeit und der Lüge.

War diese Reaktion professionell? Meiner Ansicht nach, nein. Eine reine Trotzreaktion eines beleidigten Spielers. Ich hätte an seiner Stelle wahrscheinlich auch das Abschiedsspiel nicht mehr gemacht. Nach mehr als einem Jahr Abwesenheit aus der Nationalmannschaft hat sich das Team der Nationalmannschaft weiter entwickelt. Ballack passt dort nicht mehr hinein und deshalb wäre das Spiel sicher eine ziemlich peinliche Veranstaltung geworden. Aber die Art, wie er abgesagt hat, hat ihn beschädigt und eine für alle peinliche Situation geschaffen.

Die beste Art des Abschieds aus dem Nationalteam für Ballack wäre sicher gewesen, spätestens im Frühjahr 2011 von sich aus – proaktiv – den Rücktritt aus der Nationalmannschaft zu verkünden. Wenn Löw ihn seit einem Jahr nicht mehr aufgestellt hat, hätte er das wohl sowieso nicht mehr getan. Die zweitbeste Lösung wäre aus meiner Sicht gewesen, bei Bekanntgabe der Entscheidung Löws – zumindest öffentlich – den Mund zu halten und die Einladung zum Abschiedsspiel höflich dankend abzulehnen.

Eine öffentliche Schlammschlacht kann nur zu Gesichtsverlust führen, der niemandem nützt. Eine alte Geschäftsweisheit lautet, dass man sich immer zweimal im Leben trifft.

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