Burnout – Gefahr für Unternehmen

Angesichts der zunehmenden Zahl von Burnout-Patienten stellt sich die Frage, inwieweit die Arbeitswirklichkeit einen Einfluss auf dieses Phänomen hat. „Therapeuten sind überfordert, wenn sie Menschen helfen sollen, die an soziale Grenzen gestoßen sind. Das Problem für viele ist nicht persönliches Versagen, sondern dass ihre Fähigkeiten und Talente nicht angemessen bewertet werden“, schreibt der Politikwissenschaftler Claus Leggewie in einem Artikel im STERN.

Claus Leggewie, Quelle: Wikimedia Commons, Benutzer Boing-Boing

Leggewie hat das zügellose Gewinnstreben in den Unternehmen als Wurzel des Übels Burnout identifiziert, das unternehmerisches Verhalten des Einzelnen fordert, aber letztendlich den Arbeitnehmer nur ausbeutet. Leggewie empfiehlt, sich in Gewerkschaften und arbeitsrechtlich gegen diese Missstände zu wehren.

Zweifellos sind diese Abwehrmaßnehmen legitim. Darüber hinaus sollten sich die Unternehmen von sich aus Gedanken machen, wie sie die (privaten) Zielsetzungen vieler Mitarbeiter in ihre eigenen Zielsetzungen integrieren.

Laut Leggewie sind hier besonders drei Dimensionen zu nennen, um Burnout bei den Miterbeitern zu verhindern: Der Schutz der Umwelt, schonender Umgang mit Ressourcen und soziale Gerechtigkeit. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs der Firmen um gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter tun die Unternehmen gut daran, diese Zielsetzungen in ihr Unternehmens-Leitbild zu integrieren und für die Mitarbeiter fühlbar auch zu leben.

Wer will schon bei einem Unternehmen anheuern, das ein Image als Ausbeuter hat, Ressourcen verschleudert oder die Umwelt schädigt?

Damit es nicht bei reinen Lippenbekenntnissen bleibt sollten die allgemeinen Zielsetzungen und Werte in konkrete, messbare Ziele übersetzt werden. Zum Beispiel „Senkung des Energieverbrauchs in der Fertigung um 10% durch den Einsatz moderner Technologien“, oder „25% des Unternehmensgewinns nach Steuern werden an die Belegschaft verteilt“.

Die Entwicklung eines zukunftsfähigen Unternehmens-Leitbildes und einer Führungskultur, die den Mitarbeiter und seine individuellen Zielsetzungen ernst nimmt und seiner Fortentwicklung einen wichtigen Stellenwert einräumt, sollten darum ganz oben auf der Tagesordnung stehen, wenn es um die strategische Fortentwicklung geht. Die Unternehmen werden am Ende profitieren, weil sie engagierte Mitarbeiter haben, die auch weniger anfällig gegen Depression und Burnout sein werden.

Arbeiten Sie mit uns an Ihrer Unternehmenskultur!

Literatur: Claus Leggewie „Unsere Arbeitskultur ist krank„, in Stern, Gesund leben, 3/2011

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